Durchführung von Gedenkfeiern in Arnstadt zum 08.Mai in Würdigung der Beendigung des Zweiten Weltkriegs und Befreiung vom Nationalsozialismus und zum Tag der Heimat der Vertriebenen

Änderungsantrag der Fraktion FW „ Pro Arnstadt“ zum Beschlussantrag 2020-0168

Beschlussantrag

Der Stadtrat beschließt:

1. Die Stadt Arnstadt führt jährlich eine Gedenkveranstaltung am 08.Mai anlässlich des Tages zur Befreiung vom Nationalsozialismus und in Abstimmung mit dem BdV eine weitere Gedenkveranstaltung zum“ Tag der Heimat“ der Vertriebenen durch

2. Die Stadt Arnstadt wirbt um die Beteiligung bei der Arnstädter Bevölkerung an den Gedenkfeiern und bietet Schulen, Vereinen und Verbänden Formen der Mitgestaltung an.

Der Stadtrat fordert die Schulen der Stadt auf, diese historisch wichtigen Themen mit hoher Bedeutung, bei der Unterrichtsgestaltung im Schulunterricht einen hohen Stellenwert zu geben.

Begründung:

Der 8. Mai wird als Ende des Zweiten Weltkriegs und Befreiung vom Nationalsozialismus in die Geschichte eingehen. Der Blick, den wir heute auf den Tag haben, an dem das Deutsche Reich nach fast sechs Jahren Krieg und Millionen von Toten schließlich seine Niederlage eingestehen musste, ist heute noch stark geprägt von einer historischen Rede. Gehalten hat sie vom ehemaligen Bundespräsident Richard von Weizsäcker – am 40. Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht. In seiner Ansprache im Bundestag in Bonn 1985 sagte von Weizsäcker: “Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System des Nationalsozialismus“.

Wir denken, dieser historisch wichtige Tag darf in Arnstadt nicht in Vergessenheit geraten und unterstützen die Durchführung von einer Gedenkveranstaltung in Arnstadt. In diesem Zusammenhang fordern wir den Stadtrat auf, gemeinsam mit dem Bund der Vertriebenen anlässlich des Tages der Heimat der Vertriebenen, jährlich eine weitere Gedenkveranstaltung durchzuführen. In dieser soll auch auf die Vertreibung der über 13 Millionen Menschen aus  den deutschen Ostgebieten, als Beispiel möchte wir nennen: Ostpreußen, Westpreußen, Pommern, Schlesien und dem Sudetenland die nach dem zweiten Weltkrieg entwurzelt worden hingewiesen werden.

Ca. 14000 dieser Männer, Frauen und Kinder erreichten den Kreis Arnstadt und fanden hier eine neue Heimat.

Anders als man das heute oft lesen und erleben kann, konnten Sie sich nicht auf die sozialen Einrichtungen des Staates und die entsprechenden Netzwerke verlassen und bekamen nur eine sehr geringe Unterstützung vom Staat! Sie nahmen unter komplizierten Bedingungen, wir denken hier zB. an die sogenannten Behelfsheime wie in Angelhausen Oberndorf ihr Leben in die eigenen Hände und packten sofort an!

Sie arbeiteten vom ersten Tag, durch ihre Fähigkeiten, ihr Talent, berufliches Geschick, gleiche kulturelle und soziale Grundlage und gelang es Ihnen sich sehr schnell in Arnstadt Fuß zu fassen und sich zu integrieren.

Die Vertriebenen brachten sich für Arnstadt und die Region des heutigen nördlichen Ilm-Kreises mit ganzer Kraft nach dem Ende des 2. Weltkrieges ein und positive Auswirkungen für unseren Kreis und unsere Heimatstadt Arnstadt sind durch Eure Lebensleistung bis heute spürbar.

Wir könnten viele Arnstädter Firmen benennen, die Ihre Wurzeln in Familien haben, die aus ihrer deutschen Heimat vertrieben wurden, die aber auch in Arnstadt neue Wirtschaftszweige aufbauten und noch heute wichtige Firmen gründeten.

Auch aus dem heutigen Vereinsleben sind zahlreiche engagierte ehemals Vertriebene und ihre Nachfolger nicht mehr wegzudenken.

Sie engagierten sich vom ersten Tag in und für ihr neue Heimat auf allen Gebieten, sie waren ein echter Gewinn für unser ja bald auch ihr Arnstadt und ohne die Vertrieben und Ihre Nachfolger/innen wäre unsere Stadt, Kreis und unser Deutschland nicht auf dem ökonomischen, sozialen und kulturellen Stand, auf dem wir heute stehen.

Der Stadtrat und der Bürgermeister bedankt sich ganz dafür ganz herzlich für die Lebensleistung!